Im Fokus: Betriebskosten einer Klimaanlage

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Im Fokus: Betriebskosten einer Klimaanlage

In Zeiten zunehmend steigender Temperaturen spielen sowohl Endverbraucher als auch Unternehmer immer häufiger mit dem Gedanken an die Anschaffung einer Klimaanlage. Hierfür sind nahezu unbegrenzt unterschiedliche Klimaanlagensysteme erhältlich, mit denen die individuelle Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse und Räumlichkeiten gelingt. Dass auch die Preislage sehr variieren kann, versteht sich dabei fast von selbst. Etwas weniger deutlich treten allerdings die von Fall zu Fall sehr unterschiedlichen Energiekosten zutage, die das Klimagerät verursacht. Der Grund: keine Klimatisierungsumgebung gleicht der anderen. Schließlich hängt der Verbrauch nicht nur von der zu kühlenden Grundfläche, sondern gleichermaßen auch von der Raumhöhe und/oder der vorhandenen Dämmung des Raumes ab. Wie aber werden der Stromverbrauch und die Leistung berechnet? Welche Leistung benötigt man jeweils pro Kubik- und Quadratmeter? Und welchen Unterschied gibt es eigentlich zwischen mobilen Klimaanlagen und Split-Systemen? Wichtig sind diese Fragen allemal, denn nur eine korrekt berechnete Anlage sorgt für ein behagliches Raumklima. Der folgende Beitrag schafft Klarheit.

Split-Klimagerät oder mobile Klimaanlage?

Bevor wir uns gemeinsam um den Verbrauch kümmern und einen Blick auf die Leistung werfen, ist es sinnvoll, nach dem eigentlichen Klimaanlagen-Typ zu fragen. Generell kann zwischen mobilen Klimaanlagen und fest verbauten Split-Klimageräten unterschieden werden. Ob Sie sich für die eine oder andere Ausführung entscheiden, hängt nicht zuletzt von den räumlichen (und mitunter auch finanziellen) Gegebenheiten ab. 

Legen Sie Wert auf ein stabiles Raumklima und scheuen Sie aber auch nicht die für den festen Einbau erforderlichen Baumaßnahmen? Dann spricht einiges für ein Split-Klimagerät. Das aus je einer innen- und außenliegenden Komponente bestehende Gerät wird hierfür fest verbaut und über einen Kanal verbunden. Oder bevorzugen Sie maximale Flexibilität „To Go“, bei der Sie aber einige Komfort-Einschränkungen in Kauf nehmen müssen? In diesem Fall verfügen Sie über ein Klimagerät, das sie weitestgehend frei im Innenraum aufstellen können. Hier wird über einen Abluftschlauch die warme Luft nach Außen geführt, wofür allerdings ein Fenster oder ein anderer Auslass offen gehalten werden muss. Ungünstig wirkt sich in jedem Fall aus, dass so in einem gewissen Umfang warme Außenluft in den Raum zurückströmt. Außerdem sorgt der Abluftschlauch selbst für eine gewisse optische Unruhe im Rauminnern. Kurzum: Die „perfekte“ Lösung für alle Anwendungsfälle gibt es nicht – wohl aber die für die individuelle Anforderungen perfekte Klimatisierung. Worauf Sie hier mit Blick auf Leistung und Verbrauch achten müssen, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

Eine Frage der Leistung

Eine wichtige Kenngröße bei der Auswahl einer Klimaananlage ist die Kühllast. Sie gibt an, welche Menge an warmer Luft das Gerät in der Lage ist, nach außen zu befördern. Um diese zu ermitteln, sind zwei Bezeichnungen von Belang, mit denen die Kühlleistung von Klimaananlagen angegeben wird. Da wäre zunächst der Ausdruck „BTU“, hinter dem sich eine etwas ungewöhnlich wirkende Bedeutung verbirgt. BTU steht nämlich für „British Thermal Unit“ (Britische Wärmeenergie). Diese internationale Einheit gibt die Menge an Energie an, die benötigt wird, um einen halben Liter Wasser um einen Grad Fahrenheit zu erwärmen. 

Für die Kühlleistung von Klimaanlagen im Allgemeinen und für die Leistung einer Split Klimaanlage im Besonderen gelten BTU pro Stunde (BTU/h) oder aber auch Watt (W). Je nach Gerät und/oder Hersteller können die Angaben hierzu variieren. Der Anschauung halber sei beispielhaft von 500 BTU/h ausgegangen. Dies entspricht einer Wattleistung von knapp 145 Watt oder anders formuliert: Begegnet Ihnen die Kühlleistungs-Angabe in BTU, so ermitteln Sie die Wattzahl, indem Sie den BTU-Wert mal drei multiplizieren und annähernd abrunden. Hinzu kommt außerdem der Dämm- und Sonneneinstrahlungsfaktor. Ein niedriger Faktor von 60 wird beispielsweise bei einer relativ guten Dämmung und geringer Sonneneinstrahlung angesetzt, während 100 als Richtgröße für Räume mit hoher Hitzeaufladung gelten kann.

Kühllastberechnung am Beispiel

Um die oben genannten Begriffe an einem Beispiel anschaulich darzustellen, betreten wir gedanklich einen knapp 20 Quadratmeter großen Wohnraum, der über eine Deckenhöhe von 2,50 Meter verfügt. Um die Rechnung zu vereinfachen und um annähernd realitätsgetreu zu sein, nehmen wir außerdem weiter an, dass keine besonders gute Dämmung (Faktor 100) und eine hohe Hitzeentwicklung durch Sonneneinstrahlung vorliegt. Gut möglich demzufolge, dass sich unser Beispielraum in einem unzureichend gedämmten Dachbereich in einem Altbau befindet. Welche Kühllast muss die für diese Raumgröße geplante Klimaanlage also erbringen, um auch bei besonders hohen Temperaturen, wie sie in den Sommermonaten auftreten können, effizient zu klimatisieren? Hierzu gibt es zwei mögliche Rechenwege, die entweder von der Grundfläche als Referenzwert ausgehen (Beispiel 1) oder aber auf die Kubikmeter des Raumes Bezug nehmen (Beispiel 2):

  1. Multiplizieren Sie die Grundfläche (in unserem Beispiel 20) mit dem Faktor (in unserem Beispiel 100) erhalten Sie eine Kühllastangabe von 2.000 W. Das gewünschte Gerät muss also über mindestens 2 kW (2.000 W = 2 Kilowatt) Kühllast verfügen. Dies entspricht einem BTU-Wert von 6.800.
  2. Multiplizieren Sie abermals die Grundfläche (in unserem Beispiel 20) mit der Raumhöhe (in unserem Beispiel 2,50 Meter) und dann mit 40 Watt. Auch hier ergibt die Rechnung eine Kühllast von 2.000 W/2kW/6.800 BTU.

So oder so: die vorgeschlagenen Rechenmethoden verstehen sich als Faustregeln, die erste Orientierung bieten können. Als verlässlicher erweist es sich in jedem Fall, Kontakt zu einem Fachmann aufzunehmen. Dieser erkennt mit einem geübten Blick, auf welche Besonderheiten unter Umständen in der Wohn- oder Arbeitsumgebung zu achten ist.

Und die Kosten?

Abhängig vom zugrunde gelegten Klimaanlagenmodell und dem individuellen Nutzungsverhalten ist von stark differierenden Kostenmodellen auszugehen. Pauschale Auskünfte sind daher nur bedingt möglich und nicht immer seriös. Die Höhe der Kosten kann sich aus einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Faktoren zusammensetzen. Die Intensität der Nutzung sowie die Nutzungsintervalle heben oder senken die Ausgaben ebenso wie die Einsatzhäufigkeit oder die Anzahl der in den Räumen befindlichen Personen. Ganz grundsätzlich gilt aber: Splitgeräte sind zwar etwas teuer in der Anschaffung als mobile Anlagen – doch die Stromkostenrechnung fällt im Schnitt entscheidend niedriger aus. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Flexibilität mobiler Monoblock-Anlagen mit einem gravierenden Nachteil eingekauft wird. Ein konstanter Nachstrom warmer Luft ist hier kaum zu vermeiden, da der Abluftschlauch nach einem offenen Fenster oder einem anderen Auslass verlangt.

Und die Kosten? Ausgehend von den oben ermittelten 2 kW/h und einem unterstellten Kilowattstundenpreis von knapp 25 Cent gilt: 2 kW/h x (3 x 25 Cent). Dies entspricht einem Preis von 1,50 Euro täglich. Geht man in diesem Beispiel von einer Nutzung von 70 Tage im Jahr aus, ist so mit Ausgaben in Höhe von ca. 105 Euro jährlich für ein Invertergerät zu rechnen. Entsprechend höher fällt die Stromrechnung bei mobilen Geräten aus. Stellen wir ein solches in unser Modell-Dachgeschoss auf, dürfen wir mit einer Rechnung von um die 150 Euro rechnen. Übrigens: wie bei anderen Elektrogeräten auch geben Hersteller auch die entsprechende Energieeffizienzklasse ihrer Klimaanlagen an. Bei Splitgeräten reichen diese von A+++ bis D, während Monoblockgeräte höchstenfalls die Klasse A+ zu erreichen in der Lage sind.

Fazit

Die Kosten bei der Klimaanlagennutzung hängen wie dargelegt von einer Vielzahl unterschiedlicher Aspekte ab. Die wichtigste Weichenstellung findet allerdings bereits bei der Auswahl einer mobilen oder fest montierten Klimananlagen-Variante statt. Wer sich also für ein Monoblock-Gerät (mobil) entscheidet, ist zwar weitestgehend flexibel, muss aber grundsätzlich höhere VerbrauchsKosten in Kauf nehmen. Die Bilanz fest eingebauter Geräte fällt dafür in puncto Stromverbrauch grundsätzlich positiver aus. Wer es sich einfach machen will, konsultiert vor der Anschaffung einer Klimaanlage einen Experten – zum Beispiel uns!