Bauweisen einer Klimaanlage

Ganz gleich, ob Sie sich für den Einbau einer Klimaanlage für die gewerbliche oder die private Nutzung entscheiden: die Anlage selbst sollte sowohl für die erforderliche Klimatisierung als auch für eine wohnliche Optik sorgen. Die Klimaleistung selbst lässt sich durch die sogenannte Kühllast weitestgehend exakt erfassen und berechnen. Etwas weiter sind die Spielräume mit Blick auf das gewünschte Erscheinungsbild, die Bauweisen und den Funktionsumfang gefasst. Wir werfen zunächst einen Blick auf die in Frage kommenden Multi- oder Monosplit-Geräte und deren Unterscheidungsmerkmale. Abschließend fassen wir die unterschiedlichen Bauweisen näher ins Auge.

Monosplit oder Multisplit?

Ganz grundsätzlich besteht der wesentlichste Unterschied zwischen einer Monosplit- oder einer Multisplit-Anlage darin, dass an einem Außengerät eine (=Mono) oder gleich mehrere (=Multi) Inneneinheiten angeschlossen werden können. Je nach System müssen demzufolge auch entsprechende Zu- und Abgänge für die Leitungen gelegt werden sowie passende Anbringungsmöglichkeiten für die Klimageräte vorhanden sein. Darüber hinaus spielt aber auch die Dimensionierung der Klimaanlage selbst eine große Rolle. Schließlich muss sie ja gegebenenfalls die Kühllast für gleich mehrere Innengeräte erbringen. Insgesamt lassen sich dann bis zu fünf Split-Klimageräte an eine Außenanlage anbringen. Ob Ihnen eher ein Mono- oder ein Multisplit-Gerät empfohlen werden sollte, hängt von einer Vielzahl unterschiedlichster Faktoren ab. Dazu zählen neben der Ausrichtung des Gebäudes, der dadurch einwirkenden Sonneneinstrahlung oder der Nutzung des Raumes auch die eigentliche Raumgröße und die Nutzungsbesonderheiten. Hierzu gehören beispielsweise auch Fragen danach, ob und wie viele Menschen den Raum/die Räume bewohnen, besuchen oder darin arbeiten und wieviele Wärmequellen berücksichtigt werden müssen. Der besondere Vorzug einer Multisplit-Anlage: bei gleichem Platzbedarf des Außengeräts können unterschiedliche Klimazonen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Unternehmen eingerichtet werden. Bedacht werden muss allerdings aber auch, dass ein entsprechend höherer Einbauaufwand zu berücksichtigen sein wird und nicht jede Klimaanlagenart sinnvoll in gegebene Räumlichkeiten integrierbar ist. Sie sehen: eine zuverlässige Beurteilung des für Ihre Zwecke in Frage kommenden Klimaanlagensystems ist aus der Ferne und pauschal schlichtweg nicht möglich. Fassen Sie daher bitte unsere Ratgeberbeiträge als erste fachlich fundierte Orientierung auf – die unterschiedlichen Einbau- und Raumbesonderheiten können erst nach einer Besichtigung vor Ort in eine abschließende Empfehlung einfließen.

Unterschiedliche Bauweisen

Die rein technischen Leistungsparameter tragen zu einem wortwörtlichen Wohlfühlklima in Ihren Räumen bei. Der Wohn- und Raumkomfort lässt sich hingegen mit der Wahl einer der nachfolgend aufgeführte Bauweisen direkt und indirekt beeinflussen. Allen Systemen ist die effiziente Regelung der Raumtemperatur und -feuchte sowie die Filterung unerwünschter Schmutzpartikel gemein. Außerdem ist die Steuerung der meisten Modelle wahlweise über einen integrierten Wahlschalter und/oder einer Fernbedienung möglich. Funktionsumfang und Ausstattungsvarianten hängen nicht zuletzt vom Hersteller als auch vom individuellen Budget ab.

wandgerät-klima
Klima-Wandgeräte gehören zu den „Klassikern“ unter den Klimaanlagen und dürften den meisten von uns bekannt vorkommen. Anzutreffen sind sie sowohl in gewerblich als auch in privat genutzten Räumen. Die Anbringung erfolgt meist in Deckennähe, von wo aus sie eine gleichmäßige und effiziente Klimatisierung gewährleisten. Um größere Umbauten und/oder sichtbare Verbindungsleitungen zu vermeiden, können Außen- und Innenmodul direkt am gleichen Wandstück miteinander verbunden werden.

klima-deckenkassette

Deckengeräte kommen überall dort in Betracht, wo eine Zwischendecke geplant oder bereits vorhanden ist. Optisch in Erscheinung treten dann ausschließlich die Luftauslässe sowie die Abdeck- und Befestigungsblenden. Die Gerätetechnik selbst bleibt unter der Decke verborgen. Durch die Deckenanbringung wird eine besonders gleichmäßige Verteilung der Luft und eine optimale Klimatisierung gewährleistet. In hochwertig ausgestatteten Wohnungen ist diese Art der Klimaanlage ebenso anzutreffen wie in großzügig dimensionierten Büro- und Meetingräumen.

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Anders als Wandgeräte werden Truhen-Klimaananlagen in Bodennähe angebracht und treten je nach Hersteller und Bauart meist nur dezent in Erscheinung. Dieser Anlagentyp eignet sich aufgrund seiner Konstruktion insbesondere für Räume mit Dachschrägen, großen Fensterflächen oder für Umgebungen, in denen keine Wand- oder Deckeninstallation möglich ist. In der Regel verfügen Truhengeräte über eine Kombination aus Heiz- und Kühlfunktion.



Klima-Kanalgeräte zeichnen sich durch eine besonders zurückhaltenden Optik, einer besonderen Effizienz und einen niedrigen Geräuschpegel aus. Denkbar ist sowohl eine vertikale als auch eine horizontale Verlegung der Kanalschächte, aber auch (je nach Raumzuschnitt) eine Kombination aus beiden Einbauweisen. Vielfach kommen sie aufgrund der erforderlichen Kanalschächte in hochwertig ausgestatteten Privat(neu)bauten, aber insbesondere in gewerblich genutzten Büro- oder Verkaufsräumen zum Einsatz. Alternativ zu den klassischen Lüftungskanälen können auch Textil-Luftschläuche verwendet werden. Diese zeichnen sich durch eine ansprechende Optik und eine hervorragende Luftverteilung aus.